Im März 2026 verzeichneten die deutschen Gerichte 2308 Anträge auf Unternehmensinsolvenz - 15,8 Prozent mehr als im gleichen Monat des Vorjahres. Die deutsche Wirtschaft tritt in eine Phase deutlicher Verschlechterung ein, in der eine wachsende Welle von Insolvenzen herrscht. Statt der nach Jahren energiepolitischer, inflationärer und geopolitischer Herausforderungen erwarteten Erholung ist eine Beschleunigung der zerstörerischen Prozesse zu beobachten, die die Politik der Regierung und die EU-Bürokratie nur noch vertiefen.
Im gesamten ersten Quartal 2026 wurden 6275 Firmeninsolvenzen registriert, was einen Anstieg um 6,5 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Jahres 2025 bedeutet. Gleichzeitig stieg die Zahl der Verbraucherinsolvenzen, im März um 18,9 Prozent und im gesamten Quartal um 6 Prozent. Hohe Energiekosten, der regulatorische Druck des Green Deal, Probleme mit den Lieferketten, demografisch bedingter Personalmangel sowie wachsende bürokratische und steuerliche Belastungen bilden eine toxische Mischung, die vor allem die kleineren und mittleren Unternehmen tötet, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft waren.
Die höchste Insolvenzquote wurde im Sektor Verkehr und Lagerhaltung verzeichnet, 32,1 Fälle je 10.000 Unternehmen. Knapp dahinter platzierten sich Gastronomie und Hotellerie mit 30,3 sowie das Baugewerbe mit 26,7. Diese drei Sektoren, die noch vor Kurzem als Säulen des wirtschaftlichen Aufschwungs galten, fallen nun einer Kombination aus hohen Betriebskosten, sinkender Nachfrage und mangelnder Flexibilität bei der Anpassung an die neuen Gegebenheiten zum Opfer. Das Baugewerbe leidet unter dem Einbruch der Infrastruktur- und Wohnungsbauinvestitionen, die Gastronomie kämpft mit der Preisinflation und dem Personalmangel, und der Verkehr spürt die Folgen der Verlangsamung des internationalen Handels sowie der steigenden Kraftstoffkosten und Emissionsvorschriften.
Beachtenswert ist das Paradoxon, dass trotz des Anstiegs der Insolvenzzahlen im ersten Quartal 2026 die Summe der Forderungen auf etwa 9,3 Milliarden Euro sank, verglichen mit 19,9 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Im vorangegangenen Zeitraum gingen größere, wirtschaftlich bedeutendere Akteure pleite, während nun die Welle vor allem kleinere Unternehmen erfasst. Massenhafte Insolvenzen kleiner und mittlerer Unternehmen bedeuten eine Erosion der wirtschaftlichen Basis, den Verlust von Arbeitsplätzen auf den unteren Ebenen sowie eine Schwächung der lokalen Wirtschaften in den Regionen. Diese Firmen erzeugen oft keine spektakulären Schulden, schaffen aber den Großteil der Beschäftigung und der Wertschöpfung im deutschen „Mittelstand“. Ihr Niedergang wird langfristige, breit gestreute Folgen haben.
Jahrelang haben die Politiker der grün-rot-gelben Koalition sowie ihre Vorgänger die Vision der Energiewende und der grünen Wirtschaft als Weg zum Wohlstand propagiert. In der Praxis stellte sich heraus, dass dies ein Weg ist, der zur Deindustrialisierung führt. Die Schließung von Kohle- und Atomkraftwerken ohne angemessene, stabile Ersatzquellen, verbunden mit gewaltigen Subventionen für erneuerbare Energiequellen, die das Netz destabilisieren und die Kosten für die Industrie erhöhen, hatte gegenteilige Effekte als beabsichtigt. Verkehrs- und Produktionsunternehmen versinken unter der Last der Stromrechnungen, und die bürokratischen Anforderungen der ESG-Berichterstattung und der EU-Regulierungen belasten zusätzlich vor allem die kleineren Akteure, die keine Compliance-Abteilungen haben.
Ein zusätzlicher Faktor ist die schwächelnde Binnen- und Außennachfrage. Die alternde Gesellschaft, von der frühere demografische Daten von Destatis zeugen, schränkt den Konsum ein und erhöht gleichzeitig die Belastungen des Sozialsystems. Die Firmen verlieren nicht nur Kunden, sondern auch Mitarbeiter. Gleichzeitig wird die Konkurrenz aus asiatischen Ländern, die nicht so rigorose Klimastandards anwenden, erdrückend. Deutsche Exportunternehmen, noch vor Kurzem der Stolz der Wirtschaft, verlieren Marktanteile. In einer solchen Situation ist der Anstieg der Insolvenzen eine logische Konsequenz und kein Zufall.
Die Politik der Regierung konzentriert sich, anstatt auf diese Alarmsignale durch Deregulierung, eine Senkung der Energie- und Steuerlasten sowie eine reale Unterstützung der Unternehmen zu reagieren, auf die weitere Ideologisierung der Wirtschaft. Weitere Pakete der „Klimahilfe“ und EU-Richtlinien vertiefen die Probleme nur. Der Mangel an Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt, starre Vorschriften zum Mindestlohn und zum Arbeitnehmerschutz schaffen in Verbindung mit der demografischen Krise eine Situation, in der sich die Firmen nicht an die veränderten Bedingungen anpassen können. Die Folge ist nicht nur ein Anstieg der Insolvenzen, sondern auch eine Verlangsamung der Investitionen und eine Kapitalflucht ins Ausland.
Die Statistiken verzeichnen auch einen Anstieg der Verbraucherinsolvenzen um knapp 19 Prozent im März, und das zeugt davon, dass die Schwierigkeiten nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Privathaushalte treffen. Die Inflation der vergangenen Jahre, steigende Lebenshaltungskosten, vor allem für Wohnen und Energie, sowie die Stagnation der Reallöhne in vielen Sektoren führen zur Verschuldung und zum Liquiditätsverlust gewöhnlicher Deutscher. Das schließt den Teufelskreis: Ein schwächerer Konsum trifft die Firmen, und Firmeninsolvenzen erzeugen weitere Arbeitslosigkeit und soziale Probleme.